Autismus wird häufig mit der Kindheit in Verbindung gebracht. Tatsächlich erhält jedoch eine steigende Anzahl an Menschen ihre Diagnose erst im Erwachsenenalter. Viele beschreiben, sich ein Leben lang anders gefühlt zu haben als Andere, verstehen aber selbst nicht warum.
Autismus kann im Alltag einen bedeutenden Einfluss haben: Herausforderungen in der sozialen Kommunikation im Kontakt mit anderen Menschen können entstehen, Routinen können einen hohen Stellenwert einnehmen oder Reize von Lärm, Licht oder in Menschenmengen intensiver wahrgenommen werden. Gleichzeitig bringen viele aber auch besondere Stärken mit – eine ausgeprägte Detailgenauigkeit, Ehrlichkeit, analytisches Denken oder ein vertieftes Interesse an bestimmten Themen. Nicht immer zeigt Autismus sich auf die gleiche Weise. Viele Erwachsene haben im Laufe ihres Lebens gelernt, sich mit ihren Besonderheiten anzupassen oder diese zu verbergen. Dieses sog. "Maskieren" kann im Alltag zwar hilfreich sein, ist jedoch oft mit großer Anstrengung, Erschöpfung, Stress oder psychischen Belastungen verbunden.
Eine Diagnostik oder Psychotherapie im Erwachsenenalter können dann dabei helfen, die eigene Lebensgeschichte besser zu verstehen und den Umgang mit den eigenen Bedürfnissen zu verbessern. Auch beim Umgang mit Folgen wie Überforderung, Ängsten, Depressionen oder Fragen der Selbstakzeptanz können Verbesserungen erzielt werden.