Adipositas ist eine komplexe Erkrankung, die weit über die Frage von „zu viel essen“ oder „zu wenig Disziplin“ hinausgeht. Sie entsteht durch ein Zusammenspiel aus biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren. Neben genetischer Veranlagung, Stoffwechselprozessen und Umweltbedingungen spielen auch Gewohnheiten, Emotionen und Stress eine entscheidende Rolle. Es ist daher wichtig zu verstehen, das Kalorienzählen nur eine der vielen Facetten der Krankheit ist.

Wenn Essen Gefühle reguliert: ein Aspekt der Adipositas

Viele Menschen mit Adipositas berichten beispielsweise, dass Essen nicht nur Hunger stillt. Es beruhigt, tröstet, lenkt ab oder hilft, Stress zu regulieren. Dieses sog. emotionale Essen ist häufig eine erlernte Strategie, um mit innerer Anspannung, Einsamkeit, Frustration oder Überforderung umzugehen. Wichtig dabei ist, dass dieses Essverhalten nicht zufällig entstanden ist, sondern eine Geschichte und bedeutsame Funktion hat.

Hier ist eine der vielen Möglichkeiten zu sehen, bei denen Verhaltenstherapie unterstützend eingesetzt werden kann und eine nachhaltige Änderung ermöglicht.